„Kann die Dunkelkammer nachhaltig sein? Dieser Frage geht Claudia Rohrauer, eine der teilnehmenden Künstler:innen dieser Gruppenausstellung, in ihrer fotografisch-forschenden Arbeit Algae Agent nach. Algen können aufgrund der enthaltenen Phenole als Entwickler wirken. In Rohrauers Arbeit werden die Wasserpflanzen zur Abbildenden und Abgebildeten. Die Unterscheidung zwischen den faktisch-dokumentarischen und den abstrakt-poetischen Qualitäten der Fotografie verschwimmt.“
„Seit den 1960er-Jahren hält Daido Moriyama das Leben auf den Straßen Japans fest: flüchtige Momente, urbane Szenen, intime Aufnahmen und ein misstrauisch blickender Hund, der zur Fotoikone wird. Moriyama hält eine Gesellschaft im Wandel fest. In dieses Theater des Alltags kann man buchstäblich eintauchen und sich anschließend weiter treibenlassen in die unendlich poetischen Arbeiten von Michelle Piergoelams erster internationaler Einzelausstellung ‚Across the Water‘“.
„Ich freue mich auf die Ausstellung ‚Looking Away‘ im Center for Contemporary Arts Celje diesen Herbst. Zwischen Foto- und Videokunst geht Maximilian Lehner der Frage nach: Wie politisch kann und muss Kunst sein? Eine Ausstellung, die die Grenzen dessen aufzeigt, was tatsächlich thematisiert werden kann; Grenzen, an die wir in der aktuellen Weltlage tagtäglich stoßen. Können wir noch hinschauen? Die Künstler:innen entscheiden sich bewusst dafür, wegzuschauen, obwohl sie genau dort sind: wo die Vergangenheit geleugnet oder neu erzählt wird, die Gegenwart zensiert und die Zukunft zu einem Szenario der Knappheit und Entbehrung wird.“
Foto: Rica Rosa
Daniela Hahn leitet seit September 2025 das neu gegründete ATELIERHAUS WIEN. Am Otto-Wagner-Areal, im dafür vorgesehenen und sanierten Pavillon 18, entsteht ab Herbst 2027 Raum für Wiener Künstler:innen sowie für ein internationales Artist-in-Residence Programm der Stadt Wien. Als Kuratorin war Daniela Hahn sowohl im kunst-, kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Kontext tätig. So co-kuratierte sie am Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité kürzlich die Ausstellung „Erfindungswahn!“, die Psychiatriegeschichte und zeitgenössische Kunst verbindet. Zuvor war sie im Wiener Josephinum, im mumok und der Sammlung Verbund tätig und arbeitete im Team des österreichischen Beitrags für die Biennale Venedig, sowie als freie Kuratorin, u.a. als Teil des queer-feministischen Kollektivs The Dodo-Project.

Foto: Rica Rosa
